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Damit Tracht und Bewaffnung zu der gewählten Periode und Region passen, müssen diese auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes zusammengestellt werden. Das Studium einschlägiger Literatur und gegenseitiger fundierter Wissensaustausch ist dabei unerlässlich.

Die Rekonstruktionen von Tracht und Bewaffnung kann und muss im Frühmittelalter aus verschiedenen Quellen erfolgen:

Über Gegenstände aus anorganischem Material geben vor allem die archäologischen Funde aus Gräberfeldern  Aufschluss. Die Bestattungen im frühen Mittelalter erfolgten mit Grabbeigaben für die Verstorbenen im Jenseits. Zu den Beigaben gehörten Alltagsgegenstände, Tracht, Schmuck und Bewaffnung. Durch die lange Zeit in der Erde bleiben oft nur Gegenstände aus z.B. Eisen, Bronze, Horn, Keramik, Glas, Silber und Gold zurück. Darunter fallen Gürtelteile, Schwerter, Messer, eiserne Schildteile, Schmuck, Perlen usw.

 

Funde aus organischem Material sind jedoch selten. Nur bei Funden in Permafrostböden, unter sehr heißen und trockenen Bedingungen oder unter Ausschluss von Sauerstoff wie z.B. in Sümpfen, kann organisches Material in größerer Menge und gutem Zustand gefunden werden. In herkömmlichen Böden kann z.B. von Textilien oftmals nur die Webart, der an Metall anoxidierten Stoffreste, analysiert werden.

Um die Trageweise und das Aussehen der Tracht bestimmen zu können, muss auf bildliche und schriftliche Quellen zurückgegriffen werden. Dabei kann die Verfügbarkeit und Qualität dieser Bildquellen unterschiedlich gut ausfallen.

Selbst unter Einbezug aller möglichen und sinnvollen Quellen, bleiben viele Fragen unbeantwortet. Diese Lücken müssen mit bestem Wissen und Gewissen geschlossen werden. Durch konstruktive Diskussion zwischen unseren Mitgliedern versuchen wir ein plausibles Ergebnis zu erreichen.